Debunking Eco-Pop (II)

// erste version 15/10/14, rev. 23/10/14

Betrachten wir als nächstes die Lohnentwicklung in der Schweiz. Hierzu nehmen wir die Löhne im privaten und öffentlichen Sektor (im privaten Sektor sind nur Daten seit 2008 erhältlich) und passen diese entsprechend der Teuerung an (entsprechend dem Landesindex der Konsumentenpreise). Wir unterscheiden nach vier Anspruchskategorien/Lohnklassen (wobei 1 die anspruchsvollsten/schwierigsten Arbeiten bezeichnen). Angezeigt wird der Median der Löhne.

Lohndumping auf dem Arbeitsmarkt

Lohnklasse 1:

Lohnklasse 2:

Lohnklasse 3:

Lohnklasse 4:

Leider sind keine einheitlichen Statistiken für das Jahr 2012 erhältlich, da die Alterskategorien geändert wurden ( auf die Kategorien: <29 Jahre, 30-49Jahre, über 50Jahre, sowie auch die unterteilung in 4 kategorien entfernt wurde). Während für die mittleren beiden Kader kein realer Lohnzuwachs zu verzeichnen ist, ist einzig in der untersten Kategorie bei den unter 20 jährigen ein nachhaltiger Trend zu verzeichnen. Insgesamt betrachtet konnte einzig die oberste Lohnkategorie einen leichten Zuwachs verzeichnen, ansonsten gab es in der Schweiz seit 14 Jahren keine reale Lohnerhöhung mehr - ein Umstand den die Schweiz mit zahlreichen Industrienationen teilt, wie anhand der Entwicklung des Purchasing Power Parity Index gezeigt werden kann:

PPP (Kaufkraftparität gemäss Preisen im 2005):

Um das Argument des Lohndumpings nun noch weiter zu entkräften können wir uns auch auf den privaten Sektor beschränken. Hier können wir die Daten von 2008,2010 und 2012 in Betracht ziehen, wobei ein leichter Reallohn Zuwachs bei allen Lohnklassen zu verzeichnen ist (dargestellt sind Median Werte der Schweizer Arbeitnehmer).

Lohnklassen im Privatsektor:

Eine Studie des Observatoire Universitaire de l'Emploi (OUA) der Universität Genf kommt dabei zu einem ähnlichen Schluss, indem sie einen leichten Zuwachs des Medians des Reallohns zwischen 2004 und 2010 festhalten. Des weiteren stellen sie fest, dass in den oberen Lohnperzentilen die Zunahme an Ausländern am stärksten war. Dieser Zuwanderung konnte selbst aber keinen beobachtbaren Einfluss auf die Schweizer Löhne attestiert werden. Vielmehr legt die Studie nahe, dass grundsätzliche, technologische Entwicklungen und dementsprechende Veränderungen in den Ansprüche an die Arbeitnehmer zur Veränderung der Lohnstruktur führten - zb. durch höheres Wachstum bei den hohen Löhnen als bei den tieferen, durch zunehmende Verdrängung von Routinearbeiten. Dies deckt sich mit der Annahme, dass eine fortschreitende Technologisierung in der Arbeitswelt zu einer Abwertung der schlechter bezahlten / weniger technischen Arbeiten führt.

Quelle Bruttolöhne (bfs):
je-d-03.04.01.01.89.xls
je-d-03.04.01.01.12.xls

11D_Asensio.pdf (SECO)

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